Bürgermeisterwahl 2014: Scholz gilt als gesetzt

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Konkurrenten im freundschaftlichen Plausch: Reinhard Scholz und Kerstin Otte

Es ist soweit: Von 8 bis 18 Uhr wird gewählt und die Spannung, welcher der vier Kandidaten ins Meller Rathaus einzieht, ist groß. Kann heute Abend gegen 21 Uhr schon ein endgültiges Ergebnis verkündet werden oder kommt es zu einer Stichwahl in drei Wochen? Bleibt das Amt des Bürgermeisters auch weiterhin in CDU-Hand oder führt zukünftig eine Parteilose im Namen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen die Regie in der Stadt? Schafft vielleicht sogar ein Pirat den unerwarteten Überraschungserfolg als einziger Kandidat mit heimischen Wurzeln? Beantwortet werden die Fragen heute am späten Abend.

Eins gilt als sicher: Tobias Lanfer hat kaum eine Chance, über den vierten und letzten Rang der Kandidatenliste hinaus zu kommen. Der in Frankfurt am Main lebende Jurastudent ist mit seinen 24 Jahren der Jüngste unter den Bewerbern für das Bürgermeisteramt, hat aber weder eine Partei noch eine engagierte Wählergemeinschaft hinter sich und steht mit seiner Kandidatur auf verlorenem Posten. Auch im Wahlkampf war er – verglichen mit den drei anderen Konkurrenten – wenig präsent. Daran änderte sich auch nichts am Tag vor der Wahl. Während alle übrigen noch einmal die Chance nutzten und sich mit einem Stand auf dem Markt präsentierten, war ihm der eigene Geburtstag wichtiger. Trotzdem: Hut ab vor dem Mut, sich dem politischen Kampf zu stellen. Außerdem ist es auch ihm gelungen, 200 Unterschriften zu sammeln, um überhaupt bei der Wahl antreten zu können.

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Matthias Pietsch (links) im Gespräch mit Bürgern beim Wochenmarkt

Zu den engagiertesten Wahlkämpfern zählte Matthias Pietsch. Ursprünglich als Mitglied der Piratenpartei angetreten, weiß er heute mit der Wählergemeinschaft „Ein Meller für Melle“ ein engagiertes Team hinter sich und könnte ernsthaft für eine Überraschung sorgen. Sechs Wochen lang stellte sich der Studiendirektor regelmäßig Samstag den kritischen Fragen der Marktbesucher. Außerdem nahm er an so gut wie jeder Veranstaltung teil, bei der sich die Gelegenheit bot, um für sich und seine politischen Ideen zu werben. Eine Ochsentour durch den Grönegau, die sich heute Abend auszeichnen könnte.

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Wahlkampf bei strahlendem Sonnenschein macht Freude

Seine Unterstützer sind sich zumindest sicher, dass es zumindest für den zweiten Platz auf der Liste reichen wird. Gewiss ist, dass er heute Abend ab 18 Uhr im „Finale“ – dem Vereinslokal des SC Melle 03 am Wellenfreibad – feiern wird, denn der Wahlsonntag ist zugleich sein 57. Geburtstag. 1957 in Melle geboren, träumt er persönlich sogar ein wenig davon, als „Mr. 57 Prozent“ in die Stadtgeschichte einzugehen. Realistisch ist das aber nicht, denn dafür hat sein stärkster Konkurrent – Reinhard Scholz – eine zu treue und konservative Wählerschaft. Außerdem hat auch er einen engagierten Wahlkampf inklusive „Klinkenputzen“ in den Stadtteilen hinter sich.

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Nicht nur die Kinder waren begeistert von den bunten Wahlgeschenken der Kandidaten

Der CDU-Kandidat gilt selbst bei Gegnern und Kritikern schon jetzt als gesetzt für den ersten Platz auf der Kandidatenliste. Jahrzehntelang wurde Melle von einem schwarzen Bürgermeister regiert und so bringt Scholz – auch wenn er nicht aus dem Grönegau stammt – die stärkste Wählerschaft mit. Zu einem direkten Sieg im ersten Wahlgang wird es vermutlich aber nicht reichen, denn auch Kerstin Otte als Kandidatin von SPD und Bündnis 90/Die Grünen wird mit Sicherheit viele Stimmen auf sich vereinen können.

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Kerstin Otte diskutiert mit Bürgern

Beobachter gehen davon aus, dass sie auf dem zweiten Listenrang landen wird und wenig Chancen hat, die meisten von allen abgegebenen Stimmen auf sich zu vereinen. Selbstverständlich ist ein zweitbestes Ergebnis aber nicht. Dafür ist Pietsch ein zu starker Konkurrent. Außerdem wird er besonders aus ihrem Lager zusätzliche Stimmen bekommen, während der Pirat unter den Scholz-Befürwortern wohl kaum Wähler für sich gewinnen kann. Die spannendste Frage wird somit sein: Welche Wählergemeinschaft schafft es mit ihrem Kandidaten in die Stichwahl?

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